Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 in München

Aktuell: Am 06. Juli 2011 fiel um 17.20 Uhr in Durban / Südafrika die Entscheidung: Die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 werden nicht in München sondern in Pyeongchang / Südkorea ausgetragen.

Details zur Bewerbung Münchens können Sie hier nachlesen. Über die Pressemeldungen können Sie den Weg, die Höhen und Tiefen, der Olympiabewerbung von München und Garmisch-Partenkirchen noch einmal nachvollziehen.

Die Olympiabewerbung von München für die Winterspiele 2018

Die 18. Olympischen Winterspiele werden im Februar 2018 stattfinden. Die Entscheidung über den endgültigen Austragungsort wird im Juli 2011 auf der IOC-Veranstaltung in Durban (Südafrika) bekannt gegeben.

Logo München

Die Stadt München hat ihre Bewerbung im Oktober 2009 eingereicht. Von insgesamt 203 Bewerberstädten wurden München, Annecy und PyeongChang zur sog. Applicant City gewählt und sind nun im Rennen um die Ehre, Austragungsort für die Olympischen Spiele 2018 zu werden.

Die Konkurrenten

Logo Annecy

Annecy / Frankreich:

In den französischen Alpen fanden die Olympischen Winterspiele zum letzten Mal 1992 statt. Der damalige Gastgeber hiess Albertville. Albertville ist ca. 45 Kilometer von Annecy entfernt. Annecy liegt im Norden Frankreichs am Lac d`Annecy. Annecy ist die Provinzhauptstadt der Region Hochsavoyen, und hat ca. 53.000 Einwohner.

Logo PyeongChang

PyeongChang:

PyeongChang ist eine Stadt mit 46000 Einwohnern in Südkorea, in der Provinz Gangwon-Do, direkt an der Grenze zu dem kommunistischen Nordkorea. Im Winter, von November bis Anfang April, herrschen in PyeongChang optimale Wintersportbedingungen. Die Sportler können während der Abfahrt bei guten Sichtverhältnissen sogar das Japanische Meer sehen.

Die Bewerbung der Münchner

Der ursprüngliche Hauptteil der Münchener Bewerbung war das Konzept „München + zwei “. Laut diesem Konzept sollten die Wettkämpfe in München, Garmisch-Partenkirchen und am Königssee stattfinden. Dann kam mit Oberammergau der vierte Austragungsort dazu.

  • München: Eislaufwettbewerbe
  • Garmisch-Partenkirchen: Ski Alpin, Ski Nordisch, Skiweitsprung-Wettbewerbe
  • Königssee: Rennen im Bob, Rodeln und Skeleton
  • Oberammergau: Biathlon- und Langlauf-Wettbewerbe

Im sogenannten "Mini Bid Book" werden auf 116 Seiten die Stärken der Münchner Bewerbung aufgezeigt. Politische Unterstützung kommt dabei auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die im "Mini Bid Book" erklärt, dass die bayerische Landeshauptstadt auf die volle Unterstützung der Regierung setzten kann: "Die Bewerbung Münchens um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 ist von nationaler Bedeutung und im Interesse Deutschlands, seiner Bundesländer, Städte und Gemeinden. Sie kann deshalb weiterhin auf die volle Unterstützung und Förderung der Bundesregierung zählen", so Merkel.

Nationale Förderer der Olympiabewerbung 2018

Die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 ist für die Stadt München ein besonderes Ereignis, und zugleich eine große Herausforderung. Um diese zu einem erfolgreichen Ergebnis zu führen, braucht die Stadt München starke Partner.

BMW (Bayerische Motoren Werke AG)

Kommentar des Vorstandsvorsitzenden bei der BMW Group: „München und die BMW Group gehören zusammen. Sportlichkeit ist Kern unserer Identität und Kern der Marke BMW. Wir wollen dazu beitragen, dass sich 2018 hier in unserer Heimatstadt Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt im fairen Wettstreit miteinander messen. Als nachhaltigster Automobilhersteller der Welt fördern und unterstützen wir die Idee nachhaltiger Olympischer Winterspiele in München 2018. Falls es Olympische Spiele in unserer Stadt gibt, wollen wir Teil der Spiele sein. Wir sehen die Bewerbung als eine langfristige Investition in die Zukunft, um die Werte von morgen zu schaffen. Die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung gehört untrennbar zu unserem unternehmerischen Selbstverständnis. Als Corporate Citizen steht die BMW Group mit Kunden und Mitarbeitern aus aller Welt für Völkerverständigung und interkulturellen Austausch.“

Die Münchner Flughafen GmbH (FMG)

Der Flughafen München hat, falls München den Zuschlag erhält, durch die Olympischen Winterspielen 2018 eine einzigartige Zukunftschance. Der Flughafen München würde im Jahr 2018 als eine Art Eintrittstor für die anreisenden Gäste aus aller Welt dienen und gleichzeitig eine „Visitenkarte“ der bayrischen Landeshauptstadt München sein.

Weitere Förderer:

  • ADIDAS
  • Lufthansa
  • BayWa
  • Messe München

Prominente Unterstützer der Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 in München

Die Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 erhält grosse Unterstützung von 60 Sportlern, Ex-Sportlern und Trainern.

Wilhelm Bogner Junior, wurde am 23. Januar 1942 in München geboren und ist ein ehemaliger deutscher Skirennfahrer und ausserdem auch Filmemacher und Designer. Seit 1977 ist er Inhaber der Bekleidungsfirma Willi Bogner GmbH & Co. KGaA, die er von seinem Vater vererbt bekam. Heute ist der 68jährige der Chef der Olympia-Bewerbungsgesellschaft. Münchens Bürgermeister Christian Ude (SPD) sagte: „Mit Willy Bogner bekommt die Bewerbung ein international bekanntes und geschätztes Gesicht."

Ende Juli 2009 ist die 43-jährige ehemalige Weltklasse-Eisläuferin Katarina Witt als Unterstützerin und Mitglied des 23-köpfigen Unterstützungsteams vorgestellt worden. Sie soll der Bewerbung ein sportliches und international bekanntes Gesicht geben. Die ehemalige DDR-Athletin Witt gewann bei den Winterspielen 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary jeweils die Goldmedaille beim Eiskunstlauf. "Ich habe dreimal an Olympischen Spielen teilgenommen und die verbindende Kraft des Sports persönlich erlebt. Deshalb unterstütze ich aus voller Überzeugung das Engagement, die ersten Olympischen Winterspiele und Paralympics in das wiedervereinte Deutschland zu holen", so Witt auf ihrer Vorstellung.

UPDATE: Aufgrund gesundheitlicher Probleme ist Willy Bogner am 06. September 2010 als Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft zurückgetreten. Neuer Olympia-Chef ist Bernhard Schwank. Nähere Informationen dazu in unserer Presseschau am Ende dieses Artikels.

Die Kosten der Bewerbung

Allein die Kosten für die Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 werden derzeit auf ca. 30 Millionen Euro geschätzt. Christian Ude, der Oberbürgermeister von München, hat aber angekündigt, dass die Kosten nicht durch Steuermittel sondern durch die Sponsoren gedeckt werden sollen. Die Kosten seien so hoch, da "jetzt jahrelang international die Werbetrommel für München gerührt werden muss", so Ude. Willy Bogner, der Chef der Bewerbungsgesellschaft, hatte Mitte Juli 2010 damit gedroht alles hin zu schmeissen, sollte er nicht die notwendige Erhöhung seines Budget von 30 Millionen auf 37 Millionen bekommen. Doch er bekam nur eine Budgeterhöhung von10% und trat auch nicht wie angekündigt zurück, sondern sagte: „Man werde sehen, wo man die restlichen 4 Millionen einsparen werde.“ Rund 22 Millionen hat er schon von den Sponsoren zusammen, sollte es dabei bleiben „müssen die Münchner Steuerzahler doch für den Rest aufkommen“ so Bogner. Willy Bogners Gehalt als Bewerbungschef beträgt genau einen Euro.

Gegner der Olympischen Winterspiele 2018 in München

Die Olympia-Pläne für München und die Partnerorte finden nicht nur Befürworter. Einige Gegner wollen gegen die Winterspiele in ihrer Region Widerstand leisten.

So auch die ca. 80 Landwirte, in Garmisch-Partenkirchen, die die Flächen für die Spiele zur Verfügung stellen sollen. Ministerpräsident Horst Seehofer hat diese Angelegenheit jetzt zur Chefsache erklärt, und ist mit seinen Ministern nach Garmisch-Partenkirchen gereist. Zur Vermittlung zwischen Landwirten und Politikern. Er kündigte an, dass ein „Olympia-Gesetz“ erlassen wird, das besagt: „dass die Grundstücke, die wir temporär nutzen, nach den Spielen wieder so hergerichtet werden, wie sie von uns vorgefunden wurden.“ So Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) im Bayerischen Fernsehen.

Das Netzwerk „NOlympia“ (www.nolympia.de)

Der Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann (Grüne) hat im Landtag zu einem Treffen von Gegnern und Kritikern von Olympia 2018 geladen. Auf diesem Treffen wurde das Netzwerk NOlympia gegründet. Das Ziel des Netzwerkes ist es, die Bevölkerung der Austragungsorte und die Regionen um die Austragungsorte besser über die negativen Seiten der Bewerbung von Olympia 2018 aufzuklären. Allerdings erntete das neugegründete Netzwerk, wie auch das Treffen selbst,  scharfe Kritik von der Landtags-SPD.

Nach Angaben von Hartmann zufolge, hatten ca. 40-50 Olympia-Kritiker und Gegner an dem Treffen im Landtag teilgenommen. „Es kam deutlich rüber, dass es das Ziel sein muss, die Bewerbung, wie sie derzeit geplant ist, zu verhindern“, so Hartmann zur Presse. „Der Zweck des Netzwerks ist in erster Linie, die Bürger die in den Austragungsorten leben, über die Schattenseiten von Olympia zu informieren“ so Hartmann. Auch Korbinian Freier, Sprecher des Grünen-Kreisverbandes aus Garmisch-Partenkirchen, begrüsste das Netzwerk. Laut Freier diene das Netzwerk dazu, einen „Gegenpol zu Olympia zu bilden“ und die wichtigen Informationen zu veröffentlichen, „die die Bewerbungsgesellschaft gerne mal unter den Tisch fallen lässt.“

Die 18 Argumente des Netzwerkes NOlympia2018 sind:

  • Der Klimawandel >>
  • Der fehlende Schnee >>
  • Der Wasserbedarf für die künstliche Beschneiung >>
  • Der Naturschutz >>
  • Die Erfahrungen mit der Ski-WM 2011 >>
  • Das gescheiterte Konzept der Sportstätten >>
  • Der Platzbedarf >>
  • Die Verkehrsentwicklung >>
  • Das Finanzrisiko >>
  • Die bisherigen Erfahrungen mit Olympischen Winterspielen >>
  • Die Belastung für die ansässige Bevölkerung >>
  • Die Entwicklung des Tourismus >>
  • Partizipationsfalle oder Dialog? >>
  • Die Sicherheitsmassnahmen gegen Bürgerrechte >>
  • Die Vertragsgestaltung des IOC >>
  • “Innovative” Umwelt-Leitprojekte? >>
  • Die Münchner Pläne >>
  • Die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 >>

Der Zeitplan der Bewerbung

Phase 1: Die Applicant-City-Phase

  • März 2010: Abgabe des Mini Bid Books (Der Bewerbungsunterlagen in Kurzform).
  • Juli 2010: Vorauswahl und offizielle Nominierung der Kandidaten-Städte durch die IOC-Exekutive

Phase 2: Die Candidate-City-Phase

  • Januar 2011: Abgabe des Bid Books (Der umfassenden Bewerbungsunterlagen)
  • Februar + März 2011: Viertägige Inspektion der ausgewählten Städte durch die IOC-Evaluierungskommission
  • Juni 2011: Abschlussbericht der IOC-Evaluierungskommission
  • Juli 2011: Wahl der Olympiastadt, durch die IOC-Session, auf der IOC-Vollversammlung

Das Bid Book für München 2018

Am 11. Januar 2011 übergab die Bewerbungsgesellschaft das Bid Book München 2018 an das IOC. Das fast 400 Seiten starke Dokument beantwortet zahlreiche Fragen zu 17 Themengebieten. Es kann auf der Webseite der Bewerbungsgesellschaft digital durchgeblättert oder heruntergeladen werden:

Weiterführende Informationen

Presseschau: Aktuelle Entwicklungen rund um die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018

Mit Hilfe von Links zu Pressemeldungen sollen die aktuellen Entwicklungen rund um die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 abgebildet werden. Die Darstellung der Artikel erfolgt dabei in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, so das Sie die aktuellsten Artikel oben in der Liste finden.

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